Enduro fahren, oder wandern wollt ich schon lange mal ….
Zwar hatte ich hin und wieder mal das Vergnügen in Spanien abseits der Pisten fahren zu können, allerdings nie unter "professioneller" Anleitung und nur soweit man es sich halt selber irgendwie zugetraut hat ..ohne Technik, ohne allem.
So bin ich beim Stöbern durchs Internet, bzw. auf der Suche nach "günstigen " Veranstalter bei denen man das Endurowandern erlernen könne, auf ein paar Anbieter in Rumänien gestoßen unter anderem die von Andre.
Nach etlichen Nächten und ausgiebigen durchstöbern der Seiten, kam ich schnell zu Schluss, das ich wohl nur bei Andre wirklich glücklich werden würde. Da dieser auch für Anfänger ein Training anbot.
Ausschlag gebend waren untern anderem die scheinbar familiäre Umgebung, kleine Teilnehmergrüppchen von nur max. 8 Teilnehmer, die Möglichkeit den Veranstalter näher kennen zulernen, da nur knapp 40 Km entfernt und die "privat sympatisch wirkende Darstellung" der Hompage (Anmerkung von Andre: Schön umschrieben für laienhafte Darstellung! (-; ).
Nach einem kurzen Telefonat und einem Besuch vor Ort, war's klar … ich komme mit!
Nun stellte sich die Frage ….. Maschine ausleihen oder meine Domi umbauen ???
Hmmm ich hatte mich für letzteres entschieden, lieber ein wenig Geld in meine Maschine zu stecken , um gegebenenfalls öfters mitfahren zu können . So ca. 4 Wochen zuvor war´s dann endlich soweit, man fing an meiner " Baustelle ", so müsste man es mittlerweile bezeichnen, herumzubasteln. Andre hatte bei einer ersten Probefahrt eigentlich festgestellt das mein Maschinchen bis auf ein leicht eierndes Vorderrad sich im guten Zustand befinden würde …..
Also machte ich mich sooo langsam auf den Weg meine Felge richten zu lassen. Der erste Motorradhändler hatte mir versprochen sie zu richten … ganze geschlagene 5 Tage hatte es gedauert, bis er leider feststellen musste, das diese Irreparabel sei. Eine Radspannerei bestätigte leider ein paar Tage später dass gleiche Übel. Grrrrr das fing ja gut an …nur Probleme. Eine neue kam nicht in Frage satte 300 Euronen wollte dieser haben … soviel war im meinen eh schon knapp bemessenem Bugue nicht eingeplant …und jetzt noch auf die schnelle eine andere Felge finden … Na toll … aber ich war noch guter Hoffnung bei einem Gebrauchthändler eine passende zu finden. Also machte ich mich daran mal rum zu telefonieren ….
Der weil wurde angefangen aus meiner Straßenenduro eine geländetaugliche zu machen. Die Gabel war auf jeden Fall zu weich, diese wurde als erstes erstmals zerlegt und durch austauschen einer längere Hülse härter gemacht. Auch das öl wurde der höheren Belastung angepasst. Die Faltenbeälge wurden gegen neue ersetzt, da diese schon sehr verblichen waren. Die vorderen Verkleidungsteile, Tacho samt Welle, Armaturen und Scheinwerfer wurden entfernt und die Kabel sorgfältig zusammengebunden. Nur wohin damit ??? Ein Knoten voller Kabel musste irgendwie versteckt werden !!!
Die CDI Einheit, ein Relay, und Stecker hingen jetzt alle in der Luft … hmm, aber den Tacho konnten wir nicht mehr zurückbauen … fürs Gelände nicht wirklich tauglich. Aber Andre hatte eine Idee. Über Nacht schweißte er eine sagenhafte Halterung zurecht. Ganz ehrlich, wenn man es nicht besser wüste, man würde es für ein Orginal Umbauteil von Honda halten … sieht wie aus dem Laden aus. Hut ab !!!
Somit konnten also die ganzen Einheiten sorgfältig nacheinander an der Halterung angebracht werden, so sieht's wirklich nach was aus, kein zusammen gebastelter Scheiß. An dem Halter und der Gabelhalterung wurde dann per selbst konstruierten Halterungen noch eine Wettbewerbsmaske mit Scheinwerfer gebaut, so daß ich auch wieder das Licht anmachen konnte.….
Natürlich konnte das alte, fast auf dem Reifen aufsitzende Schutzblech nicht mehr dranbleiben … Ein neues geländetaugliches musste her. Das alte wurde also gegen ein höheres getauscht. Sieht jetzt richtig klasse und wilder aus. Die alte gammelige und schon aufgerissene Sitzbank musste natürlich auch erneuert werden … wenn wir uns schon so die Mühe machen. Nur hatte ich bis dato noch keinen blassen Schimmer was für eine schweißtreibende Arbeit dies ist … aber Andre hatte alles voll unter Kontrolle !!
Richtig professionell Das Ganze !!! Andre du bist Spitze !!
Da Andre ja seiner Arbeit sehr gründlich vorgeht, wurde natürlich auch ein Ölwechsel vorgenommen, bis dahin war ja noch alles im Rahmen … gell Andre ;-))
Rein aus Interesse machte er sich auch an den Bremsflüssigkeitsbehälter der Hinteren Bremse zu schaffen …. Nur mal reinschauen …. Doch die Verblüffung war riesengroß… meine Domi hatte offensichtlich eine Trockenbremse.. so was aber auch ( lach grins ) …. Oh Backe, war mir das peinlich. Staubtrocken war der Behälter. Na wenn das hinten schon so ausschaut ??? Wie mag es dann vorne wohl aussehen ???
Naja zumindest konnte man erkennen das vorne doch noch genügend "Flüssigkeit vorhanden sein musste, auf den ersten Blick Ok. Was für eine dunkelbraune Brühe da allerdings herauskam, von dem "Stopfen" mal ganz abgesehen …. Da waren dann doch auch alle anderen platt . Peinlich, Peinlich kann ich da nur sagen …..Aber wie Andre es immer passend zu sagen pflegt. Ihr seit halt doch typische TEILNEHMER ;-))
Letztendlich hat es Andre wirklich doch noch auf den letzten Drücker geschafft die Maschine startklar zu bekommen, selbst meine unreparable Felge hat er mit Gewallt wieder hinbekommen. Ich war am Ende und so froh daß es doch noch alles irgendwie geklappt hatte, denn geglaubt hatte ich nicht mehr dran.
Daher … Andre vielen, vielen Dank .. du bist einfach der Beste !!!
Und so sieht oder besser sah sie dann zum Schluss aus ….
oh weh wenn er dies früher gewußt hätte… ich fürchte das wahr bisher seine größte Baustelle ;-)) (Anmerkung von Andre:" ne, war´s nicht! Aber trotzdem eine Herausforderung!)
1 ter Tag.
Endlich ..wir sind auf der Ziga(Unser Haus in Siebenbürgen!) angekommen.
Nach dem das Gepäck ausgeladen war, die Motorräder und Landesfahnen in Reih und Glied aufgestellt waren, die ersten Bilder geknipst waren konnte auch schon gleich mit einer kleinen Einweisung begonnen werden.
So liebe Leute .. das Warten der Motorräder sollte täglich geschehen .. ja täglich, denn nach jeder Fahrt im Gelände werden die Gelenke so verdreckt sein das ein täglicher Tscheck unerlässlich ist.
Wie oder was muss an einem Motorrad vor jeder Fahrt gewartet werden ….na klar Kette schmieren. So alle 500 km oder ?? Nun ja nicht ganz richtig.
Was sollte vor jeder Fahrt gewartet werden:
Also Leute … anziehen und los geht's zur ersten Ausfahrt. Hinaus aufs Gelände, über den Acker, und entlang kleiner Trampelpfade und einem kleinen Bach. Das Tempo war nicht besonders schnell, aber die Belastung in den Unterarmen war schon nach sehr kurzer Zeit zu spüren. Das konnte ja heiter werden und es war gerade mal die erste Ausfahrt !!! Gott sei dank hielt Andre dann aber auch schon an und wir setzten uns erstmal in den Schatten oberhalb des Baches zum Gedankenaustausch hin.
So nun durfte jeder mal erzählen welche Erfahrungen er mit dem Motorrad bisher machen durfte, wo die Problemchen bisher lagen und was Endurofahren für jeden einzelnen zu bedeuten hatte.
Auch waren die ersten Eindrücke und Erklärungen der kleinen Ausfahrt sehr interessant. Soso also an der falschen Haltung hat es wohl gelegen, das ich nach kürzester Zeit schon so schlapp gewesen bin … na ja zu üben hatten wir ja jetzt noch ne Menge Zeit.
2ter Tag.
Morgens gegen 9,30 ging's zu Frühstück rüber
Volles Programm !!!
- Dem kleinen Bachverlauf folgend , wie am Vortag zuvor
- Andre macht's vor , die richtige Sitz & Standposition auf dem Motorrad
- Richtiges anfahren am Berg…. Ein Fuß das Hinterrad belasten .. langsam Gas geben ….
- Jochen fährt sich am Baum fest…. Ich will natürlich noch einmal und versenke meine Maschine im Schlamm
- Festgefahrene Maschine … Hinterrad bis zur Schwinge im Schlamm …. Herausfahren
- Ausfahrt in Richtung Römerweg…. Den langen Bergrücken mit den bis zu 1,5 Meter hohen Kanten hinauf … ( Wie das anfangs geschafft hab ??? Nur im Kamikaze Anlauf ;-)) ) bis mir Lapo gezeigt hatte wie´s richtig zu machen ist ….. Anlauf holen, die Kante "hoch rollen " und auf der Kante Kupplung ziehen … und so hat´s geklappt.
- Oben sagenhafte Aussicht auf das weite Nachbartal .
- Ute entscheidet ob der Berg nach unten im Fahren oder umfahren besiegt wird….. Ute entscheidet sich fürs umfahren … alle anderen stürzen sich im wahrsten sinne des Worte den Berg hinunter ;-))
- Auf direkten Wege mitten im Wolkenbruch nach Hause .. als ob wir nicht schon genug geschwitzt hätten ….
- Beim Köhler vorbei !!! ????
3 ter Tag
- Kurven fahren mit Driften
- Gemeinsame längere Ausfahrt quer durchs Gelände,… durch übelste Schlammlöcher
- Ute … aber auch die anderen total verzweifelt.
- Tannenhang Auffahrt .. allerdings nur Andre, Sumpfie, und Lapo
4 ter Tag
- Abgespeckte Ausfahrt, ohne Ute und Frank
- Schlammpackung für Lapo… nur weil er mir helfen will … sorry Lapo
- Smpfies Maschine nach Flussdurchfahrt trockenlegen!!
- Sumpfie holt sich bei einer Reparatur am Finger eine Blutvergiftung !!!
- Besuch beim Steinmetz auf dem Friedhof
- meine Kupplung den Geist aufgegeben …- Sturz auf Daumen … verstaucht ..
5ter Tag
- Heute ist entspannen angesagt …. Einstimmig beschlossen
- Schopping tour im Dorf … Ute, Fank und ich werden in jeden Laden getrieben …. Um etwas zu kaufen. (Andre bekommt bestimmt Prozente ;-))(Anmerkung von Andre: Natürlich, wie soll ich sonst leben. Von der Provision habe ich mir einen Porsche gekauft!)…. Na ja Siebenbürgischer Touristenguide eben !!!!
- Sumpfie beim Arzt…. Keine Angst der Finger blieb dran …. Nur ne Tetanusspritze war fällig !!!
- An der Hotelbar noch ein Bierchen zischen
- Gleicher Weg zurück zur Ziga….. Meine Fresse …. Zieht sich der Weg …
- Schnauze voll von dem Tempo was die vorlegen (Sumpfie, Lapo und Andre rannten die letzten 3 km zu Fuß weil keiner langsamer sein wollte! Solche Affen!) …. Bin am ende … und prompt steh der Chris im Wald und weiß nicht mehr weiter … na super .. tolle Orientierung !!!
- Gemütliches Postkartenschreiben im Taschenlampenlicht
6ter Tag
- Abreise Sumpfi & Sandy (Sumpfi wegen dem kaputten Finger, und Sandy wegen der kaputten TT250)
- Ausfahrt über steile " schlammrutschbahn" in kleines Tal …
- links und rechts Kurven fahren
- Driften
- und natürlich gleicher Weg wieder zurück ….. lange Gesichter !!! (Anmerkung von Andre: Die weigerten sich!)
7 ter Tag
- Andre schafft es nur noch mit müh und Not Jochen und mich zu einer Abschlussfahrt zu überreden (Unter Androhung von Prügel!)
- Heimfahrt, soll dann gegen Nachmittag sein
- Fahrt jenseits Gelände auf der anderen Seite des Ortes …
- Fahrt auf einen Hügel …. Wunderschöne Aussicht über das ganze Dorf
- Sprungschanze …
- Mein Sturz auf dem Rückweg.,
- Zusammenpacken und Sachen verstauen
- Ärger um stecken gebliebenen Sprinter … Traktor muß geholt werden
- Lapo und Frank fahren schon mal vor ……man trifft sich im Magazin
Abschließend kann ich sagen:
Ich habe die Zeit genossen. Durch das intensive befassen mit der Enduro in artgerechter Umgebung konnte ich mir einen neuen, spürbar besseren Fahrstill aneignen. Andre verstand es, die Teilnehmer zu fördern und mit Ihnen zusammen ohne großes Risiko an Ihre Grenzen zu gehen.
Die Organisation vor Ort empfand ich top. Und ich denke, die anderen hatten den gleichen Eindruck. Insgesamt erlebte ich Dinge, die ich sonst so nicht erlebt hätte. Ich traute mir nach kurzer Zeit Dinge mit meinem Motorrad zu, die bis vor kurzem undenkbar gewesen wären. Außerdem stellte sich bereits nach wenigen Tagen ein sehr schönes Gruppengefühl ein.
Was ich als "Einsteiger" erlebt hatte, ist woanders eindeutig expert! Gerade wegen der Förderung durch Andre sind wir morgens zusammen alle losgefahren, und abends sind wir alle gemeinsam wieder zuhause angekommen! Alle bissen sich durch und jeder half jedem! Es kam überhaupt kein Wettbewerbsstreß auf. Das fand ich sehr gut!
Die Landschaft, die netten Leute und auch die exzellente Bewirtung machen diese Veranstaltung sicher zu einem Geheimtipp. Sicherlich werde ich wieder kommen.
Andre´s Sprichworte :